Projektstudie WiLiMan-ID

Auch in diesem Jagdjahr ist das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Suche nach Proben von Rot-, Reh- und Sikawild aus allen Bundesländern. Für die Untersuchung auf CWD, wird eine geringe Menge (ca. 1g) Gehirn/ verlängertes Rückenmark und ggf. Lymphknoten benötigt.

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Mit dem Beginn des neuen Jagdjahres 2026/2027 startet auch unsere Probennahme in eine neue Saison! 

Nach dem erfolgreichen Abschluss unserer genetischen Studie im Rahmen des Projektes „Bekämpfung der Chronic Wasting Disease in Europa“, streben wir im Nachfolgeprojekt „WiLiMan-ID“ eine mehrjährige aktive Surveillance auf Chronic Wasting Disease (CWD) an, um anhand einer repräsentativen Stichprobe zu ermitteln, ob CWD bereits in Deutschland auftritt. Dafür sind wir weiterhin auf Ihre tatkräftige Unterstützung in Form von Probeneinsendungen angewiesen!

Noch immer befindet sich das größte CWD-Ausbruchsgebiet in Nordamerika und umfasst mittlerweile 36 US-Bundesstaaten und vier kanadische Provinzen (Stand April 2026). Seit 2016 ist die CWD ebenfalls Skandinavien bekannt. Dank sofortiger Umsetzung einer aktiven Surveillance-Strategie in betroffenen Ländern wurden so zudem frühzeitig weitere CWD-Ausbrüche in Elchen, Rothirschen und weiteren Rentieren in Schweden, Finnland und Norwegen entdeckt. Dadurch konnten schnell Maßnahmen zur Eindämmung der Weiterverbreitung des CWD-Erregers ergriffen werden (Reduktion menschlicher Aktivität in Ausbruchsgebieten, Exportverbote von Cerviden aus betroffenen Staaten, etc.). Aufgrund der hohen Stabilität des CWD-Erregers in der Umwelt und der Unwirksamkeit geläufiger Dekontaminationsverfahren, ist eine Weiterverbreitung der CWD jedoch nicht vollständig auszuschließen. Insbesondere der Mensch ist dabei als größter Risikofaktor für eine Weiterverbreitung anzusehen.

Die von uns durchgeführten genetischen Untersuchungen von Rot-, Reh- und Sikawild zeigten eindeutige speziesspezifische Unterschiede: Während sich Reh- und Sikawild genetisch sehr homogen präsentierten, konnten wir eine deutlich, insbesondere geographisch geprägte genetische Varianz im Rotwild feststellen. So waren bestimmte Genotypen nur in einzelnen, geographisch abgrenzbaren Regionen zu finden. Eine abschließende vergleichende Analyse mit genetischen Befunden nordamerikanischer und skandinavischer CWD-Fälle, ergab, dass höchstwahrscheinlich, ein Großteil unserer Populationen hochempfänglich für die CWD ist. Eine detailliertere Ergebnisbeschreibung der genetischen Studie finden Sie in Ernst et al., 2024 (doi: 10.1186/s13567-024-01340-8) und in der 4. Ausgabe der Online-Jagdzeitschrift „Das Edelwild“ (www.rotwildes-deutschland.de). 

Um im Rahmen des Folgeprojektes „WiLiMan-ID“ den CWD-Status unseres Reh-, Rot- und Sikawildes zu evaluieren, führt das Friedrich-Loeffler-Institut seit 2024 eine aktive Surveillance-Studie durch, die auch im neuen Jagdjahr 2026/2027 weitergeführt werden soll. Insbesondere Rot-, Reh- und Sikawild sind dabei von Interesse. Damhirsche scheinen hingegen, zumindest in Nordamerika, eine natürliche Resistenz zu besitzen und sind daher von dieser Studie ausgeschlossen.

Für eine erfolgreiche Umsetzung des Projektes, benötigen wir von einer repräsentativen Anzahl Rot-, Reh- und Sikawild aus allen Bundesländern eine geringe Menge (ca. 1g) Gehirn/ verlängertes Rückenmark und ggf. Lymphknoten für eine CWD-Untersuchung. 


Haben Sie Interesse, sich an diesem Projekt zu beteiligen?

Im Anhang dieses Schreibens finden Sie einen übersichtlichen Leitfaden bzgl. der korrekten Probenentnahme sowie eine vorbereite Liste zur Probenkennzeichnung. Probengefäße stellen wir Ihnen auf Nachfrage gerne zur Verfügung. 

Wir stehen Ihnen selbstverständlich gern für Rückfragen unter den im Briefkopf genannten Kontaktdaten Rede und Antwort. Bei Interesse, bieten wir nach wie vor gerne Fortbildungsveranstaltungen zum Thema Chronic Wasting Disease und unserer CWD-Forschung am Friedrich-Loeffler-Institut an. Sprechen Sie uns dazu gerne an.

Wir bedanken uns bereits jetzt ganz herzlich für die Zusammenarbeit mit Ihnen, denn ohne Ihre engagierte Mitarbeit wäre eine Studie in dieser Form nicht durchführbar!

Dr. Christine Fast, Dr. Sonja Ernst
Friedrich-Loeffler-Institut